Mit dem Beschluss des Masterplans Mobilität 2035+ (PDF) hat der Gemeinderat der Stadt Mannheim am 1. Juli 2025 wichtige Weichen für die Verkehrswende gestellt. Wie Oberbürgermeister Christian Specht betont, ist der Masterplan „die Grundlage für eine klimafreundliche, sozial gerechte und leistungsfähige Mobilität in Mannheim in den nächsten zehn bis zwanzig Jahren.“ Die Fraktion LTK (Die Linke, Tierschutzpartei, Klimaliste) begrüßt den verkehrlichen Rahmenplan als notwendigen Schritt hin zu einer nachhaltigen und sozial gerechten Mobilitätsentwicklung
Deutlich mehr Investitionen nötig
Die Klima- und umweltpolitische Sprecherin Dr. Jessica Martin (Klimaliste) sieht in dem Beschluss zwar einen wichtigen Fortschritt, mahnt aber gleichzeitig zu einer konsequenteren Umsetzung: „Der Masterplan Mobilität 2035+ ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, aber wir müssen sicherstellen, dass die Klimaziele nicht nur auf dem Papier stehen, sondern auch konsequent umgesetzt werden.“ Die Klimaliste fordere daher eine noch ambitioniertere Umsetzung der Verkehrswende mit deutlich mehr Investitionen in den öffentlichen Nahverkehr und die Fahrrad- und Fußverkehrsinfrastruktur.
Ein zentraler Punkt für die Fraktion LTK ist die soziale Gerechtigkeit bei der Mobilitätswende. „Besonders wichtig ist uns, dass soziale Gerechtigkeit mitgedacht wird. Nachhaltige und zuverlässige Mobilität darf kein Luxus für wenige sein“, betont Martin. Die Klimaliste-Stadträtin fordert konkret bezahlbare Tickets für den ÖPNV und eine Infrastruktur, die allen Mannheimer:innen zugutekommt, unabhängig vom Geldbeutel.
Während die Reduzierung des Autoverkehrs in der Innenstadt überfällig sei, müsse die Stadt die Bürger:innen dabei mitnehmen und echte Alternativen schaffen, so Martin weiter. „Der Masterplan ist ein Anfang, aber wir werden uns weiter dafür einsetzen, dass Mannheims Verkehr bis 2035 wirklich klimaneutral wird.“
Rückeroberung des öffentlichen Raums
Der verkehrspolitische Sprecher Dennis Ulas (Die Linke) sieht den beschlossenen Masterplan als verbindliche Grundlage für die kommenden Jahre. Jetzt gilt es die einzelnen Maßnahmen auszuarbeiten und zur Umsetzung zu bringen. Die Verkehrswende sei notwendig für eine lebenswerte, sozial gerechte und klimaangepasste Stadt. Wichtiger Aspekt dabei ist die Rückeroberung des öffentlichen Raums: „Der öffentliche Raum, der uns allen gehört, darf nicht weiter vom privaten Auto dominiert werden.“ Mehr Fuß-, Radverkehr, ÖPNV und Carsharing bedeute mehr Platz für Menschen und ein grüneres und gesünderes Lebensumfeld.
„Wir denken auch an diejenigen Menschen, oftmals mit geringem Einkommen, die an großen Hauptverkehrsstraßen oder in zugeparkten Straßen wohnen. Weniger Verkehrslärm und weniger Einschränkungen durch parkende Autos kommen insbesondere diesen Menschen zugute. Der Platz für immer mehr fahrende und abgestellte private Autos in der Stadt ist nicht vorhanden, weshalb ein Gegensteuern erforderlich ist“, stellt Dennis Ulas fest.
Der über mehrere Jahre in einem breit angelegten Beteiligungsprozess entwickelte Masterplan umfasst über 100 Maßnahmen und Strategien, darunter 36 Schlüsselmaßnahmen für den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, die Förderung des Radverkehrs und die Verbesserung der Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum. Wie Bürgermeister Ralf Eisenhauer erläutert, legt die Stadt mit dem Masterplan „die Schwerpunkte auf eine nachhaltige und bezahlbare Mobilität“ – konkrete Maßnahmen wie das Konversionsnetz mit der Stadtbahn Franklin sowie die Radschnellwege RS 15 und RS 2 befinden sich bereits in der Umsetzung.
Erhöhte Landesförderung sicherstellen
Die Fraktion LTK wird die Umsetzung dieser Maßnahmen kritisch begleiten und dafür sorgen, dass ausreichende Haushaltsmittel bereitgestellt werden. Besonders wichtig ist der Fraktion die Zertifizierung des Plans als Klimamobilitätsplan beim Land Baden-Württemberg, um die erhöhte Landesförderung für die Umsetzung der Maßnahmen zu erhalten. Die Verkehrswende kann nur gelingen, wenn sie konsequent und mit ausreichenden finanziellen Mitteln vorangetrieben wird.
Dabei setzen die drei Parteien weiterhin auf eine breite Bürgerbeteiligung bei der Umsetzung des Masterplans, wie sie bereits bei der Erstellung des Plans stattgefunden hat. Die Verkehrswende muss von den Menschen mitgetragen werden, um erfolgreich zu sein.