Fraktion LTK fordert Umdenken bei Kontrollen, Ampeln und Baustellen
Die Ergebnisse des ADFC-Fahrradklimatests 2024 zeigen erneut deutlich: Mannheim ist alles andere als eine fahrradfreundliche Stadt. Mit einer Note von 4,0 bei 1.175 Teilnahmen landet die Quadratestadt auf Platz 12 von 25 mittelgroßen Städten und damit weiterhin im unteren Mittelfeld. Dies bestätigt das schlechte Abschneiden der vergangenen Jahre. Während die Stadt bei geöffneten Einbahnstraßen in Gegenrichtung (Note 2,1) und öffentlichen Fahrrädern/Fahrradverleih (Note 2,2) noch gute Bewertungen erhält, offenbaren sich in anderen Bereichen gravierende Mängel.
Besonders problematisch ist die katastrophale Falschparkerkontrolle mit der schlechtesten Note von 5,1. Auch bei der Führung an Baustellen (5,0), der Ampelschaltung für Radfahrende (4,9), der Breite der Radwege (4,9) und der Konflikte mit Kfz und dem Fahren im Mischverkehr mit Kfz (beides 4,7) erhielt Mannheim schlechte Bewertungen. Die Oberflächenqualität wurde ebenfalls mit Note 4,7 bewertet.
„Die Stadtverwaltung stellt die Situation für Radfahrende in Mannheim systematisch schöner dar, als sie tatsächlich ist“, kritisiert Dr. Jessica Martin von der LTK-Fraktion. „Jahr für Jahr werden uns angeblich große Fortschritte und umfangreiche Maßnahmen zur Verbesserung der Radinfrastruktur präsentiert. Die Realität sieht jedoch anders aus: Mannheim erhält seit Jahren konstant schlechte Noten.“
Besonders problematisch sei, dass Verbesserungen der Radinfrastruktur in der Vergangenheit oft zulasten von Fußverkehrswegen geplant wurden, anstatt Flächen vom motorisierten Individualverkehr umzuwidmen. Die LTK-Fraktion fordert für eine echte Verkehrswende mehrere zentrale Maßnahmen:
- Eine konsequente Falschparkerkontrolle mit täglichen Kontrollen und drastisch erhöhten Bußgeldern, wobei das Scan-Auto, das in Kürze den Testbetrieb aufnimmt, systematisch für die Überwachung von Radwegen eingesetzt werden soll.
- Weiterhin braucht es den Ausbau breiter, baulich getrennter Radwege mit besserer Oberflächenqualität sowie fahrradfreundliche Ampelschaltungen mit verkürzten Wartezeiten.
„Für eine sozial gerechte Verkehrswende müssen Flächen vom motorisierten Individualverkehr zu Fuß- und Radverkehr umgewidmet werden, anstatt diese Verkehrsarten gegeneinander auszuspielen“, betont Dr. Martin. „Mannheim hat das Potenzial, eine echte Fahrradstadt zu werden. Dazu braucht es aber einen echten politischen Willen und konkrete Taten statt wohlklingender Ankündigungen.“