Einführung einer verpflichtenden Biotonne zur Müllvermeidung und zum Klimaschutz

Die Biotonne ist in Mannheim derzeit freiwillig. Dazu wird um Bericht der Verwaltung gebeten:

  1. Wie hoch ist die aktuelle Nutzungsquote der Biotonne und wie ist deren Entwicklung seit Einführung der gebührenfreien Biotonne in Mannheim?
  2. Welcher Anteil der Restmüllmenge besteht schätzungsweise aus Bioabfällen, die getrennt gesammelt werden könnten?
  3. Welche Erfahrungen haben andere baden-württembergische Kommunen mit einer verpflichtenden Biotonne gemacht? Wie haben sich dort die Restmüllmengen entwickelt?
  4. Gibt es belastbare Daten, die zeigen, dass die Qualität des Bioabfalls in Kommunen mit Pflicht-Biotonne signifikant geringer ist als in vergleichbaren Kommunen mit freiwilliger Biotonne?
  5. Welche Infrastruktur (Kompostierung, Vergärung) steht in Mannheim bzw. in der Region für die Verwertung von Bioabfällen zur Verfügung?
  6. Welche zusätzlichen Kosten würden für die Stadt durch die Einführung einer verpflichtenden Biotonne entstehen (z.B. für Behälter, Logistik, Öffentlichkeitsarbeit)?
  7. Plant die Verwaltung die Einführung einer verpflichtenden Biotonne?
    Falls nein, warum nicht?

Begründung:

Dramatische Kostenentwicklung bei der Müllentsorgung

Die Verbrennungskosten stiegen von 78 Euro (2020) auf 146 Euro pro Tonne (2026), die
CO₂-Abgabe von 45 auf voraussichtlich 65 Euro pro Tonne. Die Müllgebühren steigen aktuell um 12 Prozent – ein Ende ist nicht absehbar. Eine wirksame Reduktion der Restmüllmengen ist dringend erforderlich, um diese Kostenspirale zu durchbrechen.

Ungenutztes Potenzial der Biotonne

Die Biotonne ist in Mannheim derzeit freiwillig – ein ungenutztes Potenzial für Restmüllreduktion und Klimaschutz. Organische Abfälle machen typischerweise 30-40 Prozent des Hausmülls aus. Ihre getrennte Sammlung und Verwertung bringt erhebliche Vorteile für das Klima: Während bei der Verbrennung von Bioabfällen im Restmüll klimaschädliche Treibhausgase wie CO₂ und Methan entstehen, ermöglicht die getrennte Sammlung eine klimafreundliche Verwertung durch Kompostierung oder Vergärung. Dabei entstehen wertvolle Komposterde zur Bodenverbesserung und – bei der Vergärung – Biogas als erneuerbare Energiequelle. Zudem vermeidet die Kompostierung den Einsatz von klimaschädlichem Kunstdünger in der Landwirtschaft.

Direkte finanzielle Entlastung für Haushalte

Für die Haushalte bedeutet die getrennte Sammlung von Bioabfällen konkrete finanzielle Entlastung: Organische Abfälle sind von der CO₂-Abgabe ausgenommen. Jede Tonne Bioabfall, die nicht verbrannt werden muss, spart den Haushalten damit nicht nur Verbrennungskosten von 146 Euro, sondern auch die CO₂-Abgabe von bis zu 65 Euro pro Tonne. Eine verpflichtende Einführung der Biotonne würde die Restmüllmengen substanziell senken und die Gebührenbelastung für alle Haushalte reduzieren.

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